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Fallbeispiel einer erfolgreichen Community
Baunetz - ein Markführer im Online-Fachinformations-Markt
Mit mehr als 1,7 Millionen Page-Impressions (März 2000), einem Marktanteil von über 30% und einem Bekanntheitsgrad von 80% in der Zielgruppe ist BauNetz.de einsamer Marktführer im deutschen Online-Fachinformations-Markt. Im Oktober 1996 war der Business-to-Business-Anbieter an den Markt gegangen und konnte in den zwei folgenden Monaten jeweils nur etwa 70.000 Seitenaufrufe erreichen, verdoppelte jedoch nach dem fünften Betriebsmonat diese Zahl und konnte 17 Monate nach dem Start, im März 1998, über eine halbe Million Page-Visits realisieren. Von Anfang an setzte BauNetz.de auf die Registrierung der Nutzer und hatte auch hier Erfolg. Die Zahl der registrierten User stieg von weniger als 5.000 Ende 1996 auf mehr als 43.000 im Februar 2000.
Wie für Internet-Startups üblich wurden in den ersten drei Jahren keine schwarze Zahlen geschrieben. Im Gegensatz zu den meisten Startups jedoch übertrafen 1999 erstmals die Erlöse die Ausgaben. Obwohl diese Zeitspanne zwischen Start und Einfahren von Profit für herkömmliche Investitionsprojekt die Mindestanforderung sind, ist es als großer Erfolg anzusehen, dies im Internet erreicht zu haben.
Erfolgsfaktoren von BauNetz.de
Den Erfolg des mit 28 Mitarbeitern betriebenen Branchenportals führt Roselien Huisman, Geschäftsführerin des BauNetz, auf vier Erfolgsfaktoren zurück.
1. Als ersten dieser Erfolgsfaktoren nennt Frau Huisman anfängliche Konzentration auf eine klar abgegrenzte Zielgruppe. BauNetz.de startete mit Angeboten für Architekten und Bauplaner, sowie die für Archtitekten interessante Gruppe der Baustoffachhändler. Letztere sind es auch, die den Großteil der Werbeeinnahmen einbringen. Ab dem Jahr 2000 soll BauNetz.de zu einer branchenübergreifenden Business-to-Business-Community ausgebaut werden. In ihr sollen alle Partner der Baubranche, also über die heute bereits bedienten hinaus auch Bauherren/ Modernisierer, Bauunternehmer und Handwerker/Verarbeiter zusammengebracht werden.
2. Zweiter Erfolgsfaktor ist das exklusive Informationsangebot von BauNetz.de. Registrierte Nutzer können auf die Baufachzeitschriften von Bertelsmann (Bauwelt, Baumarkt etc.) und Springer (Architektur aktuell) zugreifen. Ihnen steht die Firmendatenbank der Firma Heinze´ mit über 100.000 Produktinformationen ebenso zur Verfügung wie die Ausschreibungsdatenbank `ibau´. Die Redaktion von BauNetz.de fügt einen tagesaktuellen Newsticker hinzu.
Um das Angebot für die Zielgruppe so attraktiv wie möglich zu machen wurden von Anfang an Kooperationen mit nicht zu Bertelsmann gehörenden Institutionen und Firmen eingegangen. So wurde der vollständige Werbeauftritt des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen genauso eingebunden wie Angebote von Verbänden oder Kammern.
Für Architekten wurde das hochinteressante Angebot des Rudolf Müller Verlages eingebunden, der Baurecht, DIN-Normen (ETB) und die VOB im Bild zum Abruf anbietet. Ein weiterer Partner ermöglicht den Download von CAD-Details. Der Architekt kann die CAD-Dateien direkt in sein CAD-Programm einspielen und für seine eigenen Entwürfe verwenden. Eine enorme Zeitersparnis für ihn.
3. Die Informationsbasis wurde nach dem Start kontinuierlich um Kommunikationselemente ergänzt, was Roselien Husiman als dritten Erfolgsfaktor ansieht. Den Austausch der Zielgruppen organisiert BauNetz.de über die sogenannte `Pinnwand´. Hier können Gesuche und Angebote durch die User selbst aufgegeben und es wird Platz für user generated content gegeben. Selbstdarstellungen der Archtitektenbüros sind hinterlegbar und die User können untereinander eMails austauschen. Zusätzlich führen die BauNetz-Organisatoren verschiedene Expertenforen durch und bieten moderierte Themenforen an.
Hohe Anziehungskraft entfaltet auch der jährlich durchgeführte Wettbewerb Architektur-Internet-Preis. Das Kooperationsprojekt mit ZDF.online, Die Woche u.a. stellt eine Kombination aus Online-Präsentation und Offline-Veranstaltung mit über 450 Teilnehmern im Jahr 2000 dar. Der Architektur-Wettbewerb erzeugt ganzjährige Kommunikationsauftritte sowohl in den Medien der Partner wie in anderen Presseorganen.
4. Erfolgsfaktor vier ist das innovative Transaktionsangebot. Exklusive Inhalte, von der DIN-Normen bis zum Konstruktions-Detail, können gegen einmalige Gebühr, bei Preisen von DM 3,- bis DM 800,- abgerufen oder per Jahresabonnement bezogen werden. BauNetz.de führt dabei das zentrale Inkasso für alle Kooperationspartner durch. Zusätzlich bietet das BauNetz mit einer Börse für gebrauchte Baumaschinen (bcee) bereits einen Marktplatz für Anbieter und Nachfrager von gebrauchten Baumaschinen, woran sich derzeit 150 Firmen mit über 4.000 Maschinen beteiligen. Ein Ausbau der Börse zu einer Online-Plattform mit Auctioning-Funktionalität befindet sich in der Entwicklung und soll bis Juli 2000 an den Start gehen.
Weitere Entwicklung
Durch all diese Maßnahmen sollen sich bis 2002 die Einnahmequellen in ihren Anteilen am Umsatz deutlich verschieben. Für eine e-Commerce Plattform typische Erlösquellen werden verstärkt entstehen. Dabei stehen die durch Transaktionen generierte Umsätze im Vordergrund, z.B. Provisionen für die Vermittlung von Leistungen und Produkten.
So wird sich der Verkauf von Content von 7% in 1999 auf über 21% in 2002 erhöhen und die Einnahmen aus Geschäften mit Umsatzteilung (z.B. aus Provisionen) steigen von 7% auf 15%. Dagegen werden die heute die Einnahmen dominierenden Werbeeinnahmen von etwa 68% auf etwa 47% zurückgehen.
BauNetz.de will seine Marktposition weiter ausbauen und dabei den Nutzen für die Community-Mitglieder noch deutlich steigern. Das Team von BauNetz.de arbeitet an der Umsetzung einer integrierten Kommunikations- und Transaktionsplattform. Ziel der Branchenplattform ist es dabei, die stark fragmentierten Prozesse der Baubranche durch die Möglichkeiten des Internets für alle am Bau Beteiligten zu vereinfachen. In der Planung befindet sich bereits der Austausch von Leistungsverzeichnissen und Produktinformationen.
Weitere Fallstudien: QM-WEB - N-TV - smart-forum
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